Schamanismus

Die Wahrheit

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Medizinfrau und Schamanin

Alicia Hamm:

 

Talking Stick Zeremonie
der Lakota Indianer

 

Artikel



 

 

In der Lakota Tradition gibt es ein Instrument, ein Werkzeug, das einer Institution gleich kommt: Es ist der Talking Stick, der Rede Stab, der benutzt wird um die Wahrheit vom Herz zu Herz zu kommunizieren. Es ist eine Zeremonie, die mit grossem Respekt geführt wird.


Wir sitzen in Kreis um ein Feuer. Das Feuer ist der Grosser Geist, Tunkashila, der Vater der Seele, und Seiner Gegenwart hilft uns im Licht und Klarheit der Liebe zu hören und zu sprechen. Wir haben einen Stock zum Rede Stab erklärt, möglicherweise hat er eine besondere Form und hat uns angesprochen um ihn auszusuchen, wir haben ihn geschmückt mit Kristallen und Federn, die für uns etwas bedeuten, mit eigene Gegenstände um unsere Verbindung zu ihm zu erstellen, oder womit wir uns inspiriet fühlten um ihm zu dem Instrument zu machen, der uns helfen würde die Wahrheit unseres Herzens ausdrücken zu können. Dann haben wir ihm über dem Feuer gehalten und gebeten, der Geist möge sich mit ihm verbinden und ihm eine Seele geben, dann haben wir ihn über den Salbeirauch gehalten und gebeten, diese Seele möge heilig und rein sein, weiss und leuchtend, ein Abgesandter des Geistes, der uns den Weg der Wahrheit zeigen wird.


So sitzen wir in dem Kreis um das Feuer und wiederholen die Grunsätze des Gesetzs der 4: “Wir sagen die Wahrheit von Herz zu Herz ohne Erwartung, ohne Vergleich, ohne Urteil und ohne Strafe durch den Rede Stab”. Dann beginnen wir zu sprechen, einer hat den Stab und er spricht, bis er (oder sie, den alle, die es wollen oder brauchen sind in dem Kreis, auch die Alten und die Kinder) fertig ist mit seiner Mitteilung, dann gibt er den Stab zu den Menschen, der zu seiner Linken sitzt, der dann spricht. Niemand kann sprechen bevor der Stab ihn erreicht, so hört er sehr intensiv und aufmerksam, den er muss die Antworten zu jedem einzelnen behalten, bis er an der Reihe ist. Jeder nimmt sich seiner Zeit um aus der Tiefe zu sprechen.


Aber manchmal verführen uns die Gefühle und es kann sein, dass jemand nicht das Gesetz achtet und sich ärgert und urteilt oder droht, Vorwürfe macht oder desgleichen. Dann steht jemand auf und nimmt ihm den Stab weg und geht mit ihm zum Feuer, warscheinlich ist das der älteste des Kreises. Er schwenkt den Stab über das Feuer und sagt: “Tunkashila! Dies ist nicht gesprochen worden in dem Geist der Liebe! Verzeih unseren Bruder und lass uns in Mitgefühl miteinander sprechen. Leite uns, Vater!”. Dann gibt er den Stab zurück demjenigen, dem er ihn weggenommen hatte. Und noch eine Runde wird gemacht. Mit jeder Runde ist das Gefühl tiefer und die Einheit grösser.

Black Elk sagte eines Tages: “Es gibt kein Ding, das wir ein Ding nennen könnten. Alles ist lebendig”.
Wenn das so ist, auch die Wahrheit ist lebendig.
Wir sagen Gott ist die Liebe, dann wer ist die Wahrheit?
Wir spüren sie, wir fühlen sie und wir merken, wenn sie fehlt, denn dann wir sind verwirrt, konfuss, die Klarheit ist weg und wir haben wie Nebel im Kopf. Wir brauchen sie und wir machen sie zur Bedingung unsere Beziehungen.


Sie ist die Basis des Vertrauens.

 

Jesus sagte “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben”, für mich ist das eine Definition des “Ichs”. Mein Weg, mein Leben, das ist meine Wahrheit, und das ist was ich bin. Um diese Wahrheit auszudrucken habe ich diese Entscheidungen getroffen, bin ich diese Wege gegangen… Ich habe mich gesucht, mein Weg gesucht, ich versuchte ehrlich zu sein, mir selber treu, aber manchmal habe ich mich nicht richtig gehört, gespürt, habe mich verirrt… den Weg verloren in nicht ich, nicht Licht, im Dunkel… bis ich wieder meine Wahrheit fand und auch dieser Umweg ein Teil von mir würde, ein Teil meiner Wahrheit, ein Teil des Weges und eine Lektion, die ich lernen musste…

So, wer oder was ist die Wahrheit?
Das Licht im Herzen der Liebe? Ganz nah an das Selbst? Die Kraft die uns mit Gott vereint?

Ich kann nur von meiner Wahrheit sprechen, deine Wahrheit kann ich nur hören, versuchen wahrzunehmen, spüren, fühlen…

Wenn wir im Kreis ums Feuer sitzen und der Rede Stab schon manche Runde getan hat, fängt unsere Wahrheit an zu leuchten, dann du und ich sind wir und wir sind eins…

Wir sind Wahrheits Suchende seit beginn der Zeit.
Mögen sich viele um das Feuer treffen um sie gemeinsam zu finden.
Mögen sie in Geist der Wahrheit eines Tages in Frieden miteinander leben können.

 

Alicia Hamm
www.aliciahamm.net

 

 

2014: Meine Zeit mit mir

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MEINE ZEIT MIT MIR SELBST

 

MEIN SELBST IST MEIN ZUGANG ZUM GROSSEN GEIST
DEINE GEGENWART IN MIR, QUELLE ALLER SEINS

 

Wenn du dich anschaust, dich urteilst und kritisierst, mit wessen Augen schaust du dich an?
Würdest du dich mit den Augen der Quelle anschauen, voller Liebe und Zärtlichkeit,
welcher Wohlsein dich erreicht!

 

DIE NEUE ZEIT


Ja! ich weiss. jeden tag muss ich auch kämpfen. die energie ist gerade so stark und wir müssen ständig aufpassen, weil die gedanken sich konekten. ich habe das gefühl von einem stromsturm. in der frühere zeit, wenn du dein kabel auf dem boden fallen gelassen hattest passierte nichts, aber jetzt, wenn du nicht aufpasst und dein kabel auf dem boden liegt, bekommst du die blitze, die auf dem boden schwirren. das ist es einfach, viel mehr strom. also muss du immer dein kabel und deine antenne in der richtige steckdose stecken haben. einfach. du schimpft nicht bei internet, wenn es ohne verbindung nicht funktioniert, sondern du verbindest dein gerät und dann suchst du dein programm. einfach. so musst du in die meditation gehen und alpha suchen bis es dir gelingt die Liebe und das Vertrauen zu spühren, zu atmen, ganz tief, und dann wieder anfangen zu programieren. heute morgen bei der meditation habe ich das gefühl gehabt, dass meine gedanken gefühle sind, und meine gefühle waren körperliche empfindungen... es ist so dicht... es sind Räume! ich gehe im geiste von einen dunklem zu einen hellen Raum! es reicht sich von links nach rechts zu wenden manchmal... zu spühren, wo ist das Licht? sich dahin wenden und der schatten ist hinter dir... einfach...


Die Gegenwart.
Mein Tag.
Heute.

 

Ich arbeite an meinem perfekten Tag. Ich lerne.
Als ich jung war dachte ich, dass ich eine Menge Tage hatte, mein Leben war voll von “morgens” wo ich meine Wünsche und Hoffnungen legte, und voll von “gesterns”, lang vergangene Tage wo ich mein Bedauern und meine Schuldgefühle hinein legte, aber auch meine liebe Erinnerungen von Momente die ich behalten wollte, ich hatte eine Menge Fotographien um sie wachzurufen. Meine Gegenwart war sehr dünn in jener Zeit, sie rannte schnell, ich musste mich sehr anstrengen um sie anzuhalten und besondere Momente zu geniessen. Als ich älter wurde und auch das Bewusstsein wuchs, versuchte ich zu lernen im Jetzt zu sein, zu meditieren, mich selber zu fühlen und meinen Weg zu finden. In dieser Zeit “Heute” war wie ein Loch im Kalender, die Tage hatten Namen und ein Montag war nie wie ein Samstag, aber dieser “Heute” war immer! Jetzt, als alte Frau, erkenne ich: Es ist immer dieser einen langenTag gewesen, der jeden Morgen neu anfängt, alles ist in ihm, Hoffnung und Erinnerung in diesem Heute, und ich habe aller Zeit der Ewigkeit um mein Heute GUT zu machen. Gut ist Gott so nah!

 

MEINE ZEIT MIT MIR
MEINE ZEIT MIT MIR SELBST
MEIN SELBST IST MEIN ZUGANG ZU GOTT


Das kollektiv Unbewusste ist oft von Angst geprägt, viele Bilder, die ich in mir finde, sind nicht mein. Viele sind in unseren kollektiven Vergangenheit entstanden… andere sind meine persönliche Erfahrungen…


Wenn ich in mir etwas finde, was kollektiv entstanden ist und es reinige, verändere und heile, dann verändere ich auch das Kollektive Bild dazu.

 

DU: GROSSER GEIST, MUTTER ERDE, VATER-MUTTER, URSPRUNG UND QUELLE DES SEINS, DES BEWUSST-SEINS
Deine Gegenwart in mir.

 

Mein Gegenüber: Du. Mensch. Mein Verwandter.
Je mehr ich erkenne, dass ich mich nicht kenne, um so mehr weiss ich, dass ich nicht weiss, wer DU bist…


Je mehr ich mich erkenne, um so mehr kann ich dich erkennen in deiner Eigenart, dich sehen ohne Projektion meinerseits. 

 

JEDE HEILUNG IST SELBSTHEILUNG

 

Alicia Hamm

www.aliciahamm.net

 

 

tl_files/erdenseele/OM/April12/Bilder/Alicia-Hamm.jpgAlicia Hamm
-international bekannte Schamanin und Medizinfrau

Die Neue Zeit 2013: LichtSamen pflanzen
Einzelsitzungen, Rituale und Seminare

im Juni 2013 in Augsburg

Alicia Hamm ist eine südamerikanische Guarani-Indianerin und hat bei verschiedenen Indianerstämmen (Lakota, Hopi-Indianer) gelebt. Sie wurde auch von diesen und ihren spirituellen Lehrern und Meistern, u.a. die berühmten Schamanen Black Elk, Francisco Gabriel Hermandez, The Lord of the Winds, Swift Dear, Sun Bear eingeweiht. Die Schamanin und Medizinfrau Alicia hält ihre gechannelten Vorträge, Einzelsitzungen, Hochzeits-/Taufrituale und Seminare vom 03.Juni bis 30.Juni in und um Augsburg auf Deutsch.

Durch Alicia Hamm fließt, was jetzt in der Zeitqualität des Jahres 2013 für uns ansteht:
"Das ist der Anfang eines Textes, den ich nicht beenden kann, denn es ist ein Text über den Anfang....
Da ist es wo wir jetzt stehen, am Anfang der Neuen Zeit, mit den Ruinen der alten Zeit um uns, und mit unserem wunder-vollen Leben mittendrin.
Wie wenn wir in einer unbekannten Landschaft gelandet sind, müssen wir hier auch uns neu orientieren. Nun ist es keine Landschaft, es ist eine Neue Zeit.
 
Viel Kraft. Viel Licht.

Der Schatten wird deutlicher, alles kommt ans Licht.
Wie sollen wir uns nun bei diesem neuen Licht und der neuen Zeitqualität orientieren?
Wenn wir uns gerufen, berufen fühlen, aktiv das Neue mitzugestalten, dann fangen wir mit der Schwingung an. Wir harmonisieren unsere Schwingung mit unserer inneren Sehnsucht nach Harmonie und Schönheit, wir fangen an das zu leben, wovon wir geträumt haben.
Die neue Schwingung ist zu spüren, wie auch das Unbehagen in den alten Mustern. Es bringt aber wenig, es nach Außen zu schreien, es ist wirkungsvoller, es nach innen zu rufen.

Es geht ja darum, den All-Tag zu heiligen.
Heilig kochen, heilig waschen, heilig reden, heilig schweigen.
Heilen heißt heiligen.
Heilig bedeutet „Mit Gott“, „Von Gott“,„Göttlich“.

Schamanismus bedeutet, dass der Schamane mit dem Geist arbeitet, alles als lebendig betrachtet, den Geist, die Seele in Allem sieht.
Die Materie als Mater, Mutter erkennt. Von allem und jedem Intelligenz erwartet, nicht nur vom Menschen.
Wir sind die Licht-Samen und die Licht-Träger.
Es ist erstens eine Arbeit mit dem Selbst: Selbstannahme, Selbstrespekt, Selbstliebe, Selbstentfaltung, Selbständigkeit, Selbstverantwortung, Selbstheilung... Selbstheilig.

Die Welt ist ein Spiegel. Wir sehen unsere eigene Projektion in ihr. Die Projektionen unseres Selbst.
Was wir haben ist unser Tag, unser Heute.
Und wir haben uns selbst. Das ist in unsere Macht. Die Innere Macht. Jetzt ist die Zeit, diese Macht zu übernehmen und zu „machen“.
Ändern wir uns selbst, so ändert sich die Welt.
Der Weg fängt innen an. Hier. Jetzt.
Wir schreiben die neue Geschichte der Menschheit. Wir stehen vor einem leeren Blatt, wir entscheiden, ob wir das Alte wiederholen wollen, oder ob wir etwas neues versuchen:
Selbst zu sein, genau das, was wir wirklich sind: Lichtwesen, die das Paradies auf Erden in Liebe erleben wollen.
Wesen, die hierher gekommen sind, um zu expandieren, Erfahrungen zu machen, Bewusstsein zu erweitern, Form zu erleben und neu zu erschaffen, zu kreieren, sich in der neuen Erfahrung neu zu entdecken, unter unbekannten Bedingungen sich tiefer kennen zu lernen, neue Formen der Liebe und der Manifestation in dieser Ebene der unzähligen Möglichkeiten zu genießen und unsere Kräfte und Mächte ausprobieren zu können in Freiheit....

Jede(r) sollte die Zeit anhalten für eine Weile, innehalten, in sich gehen, sein Licht suchen und sich fragen:
Was will ich denn eigentlich? Was tue ich hier? War es das? Ist es das, was ich wollte, was ich gesucht habe?
Die Wendung ist da, aber jeder kann entscheiden, ob er sich wenden lässt, oder ob er sein Leben auf andere Bahnen bringt, wo das Allgemeine noch nicht war. Um diese Aufgabe zu verwirklichen haben wir lange Jahre gelernt und beherrschen heute viele spirituelle Werkzeuge. Jetzt handelt es sich um die An-Wendung.

Jeder ist gerufen.
Wir sind verantwortlich für die Zukunft der Menschheit, für uns und unsere Kinder. Diese neuen Kinder, die mit den alten Mustern nicht verstanden werden können.
Die Neuen Menschen, die Licht Samen, werden neu lieben....

Gesegnet sei der Licht Weg in Ewigkeiten!"

Alicia Hamm.
www.aliciahamm.net

 



Alicia Hamm

Interview mit der bekannten Medizinfrau und Schamanin aus Argentinien 

Alicia Hamm 

Alicia Hamm

  1. „Brücke zwischen den Welten“ zu sein, das ist Ihr Auftrag.
    Welche Welten überbrücken Sie?

Ich bin als “Brücke“ initiiert worden als ich noch lernte, und noch sehr jung war. Damals habe ich als Dolmetscherin für meine Lehrer und Meister gearbeitet und wusste nicht um die Tragweite der Brücke. Ich dachte, ich würde eine Brücke zwischen den Alten Kulturen und den modernen lebenden zivilisierten Menschen sein, auch zwischen den Natives aus Nord und Latein Amerika, weil es das war, was ich bis dahin tat. Wie immer, glaubt man zu wissen aus der Erfahrung, aber das ist die Vergangenheit.

Nach der Initiation begann die Brücke zu wachsen, auch meine Erfahrung, und ich wurde eine Brücke zwischen den Welten. Meine Realität hat meine Vorstellung überstiegen. Wir können uns nicht wirklich etwas vorstellen, was total neu und unbekannt für uns ist, wir mischen Altes neu zusammen und denken, wir hätten etwas Neues erfunden. Aber so war es nicht, es war ganz neu und unerwartet. Die Brücke vereinigte das Hier und das Jenseits, Materielle und Spirituelle Welt, inkarnierte und nicht inkarnierte Seelen, (ich würde auch “Geister“ sagen wollen, aber ich weiß, dass man bei diesem Wort seltsame Vorstellungen bekommt, so würde ich lieber bei „Spirits“ bleiben). Als ich weitere Bereiche der „Brücke“ erfuhr, fing ich an die Medialität zu entwickeln, und ereichte die

Kommunikation mit den Spirits....

 

  1. Argentinien ist Ihr Geburtsland. Sie sind dort schon als Kind mit schamanischen Weisheiten in Berührung gekommen. Wie war das möglich?

 Es war eine sehr gemischte Gesellschaft in Lateinamerika, die alte und die neue Kultur lebten beieinander, und ich bekam viele verschieden Einflusse beider Seiten mit.

Der „Rote Weg“ ist ein wichtiger Teil Ihrer Lehren. Was verstehen Sie darunter?

Der „Rote Weg“ ist der Weg des Herzens, es ist eine spirituelle Einstellung und nicht eine Frage der Rasse oder Kultur. Es ist der Glaube, dass wir alle miteinander verwandt sind, alle Kinder des Grossen Geistes und Mutter Erde sind, also sind wir alle Brüder und Schwestern, die auf unserem Planeten ihr Zuhause haben. Es ist der Glaube, dass Alles lebendig ist, auch das Wasser und die Luft, die Steine und das Grüne, alle haben eine Seele und atmen dieselbe Luft gleichzeitig: die Menschen, die Tiere, die Bäume.... Es sind verschiedene Formen des Lebens, die einen anderen Aspekt des Bewusstseins verkörpern und den Geist auf ihre eigene Art offenbaren.... Es ist der Respekt und die Liebe für „Alle Meine Verwandte“, eine der heiligsten Worte für uns....

  1. Gran Canaria ist ihre jetzige Heimat, aber Sie sind jedes Jahr viele Monate in vielen europäischen Ländern unterwegs. Dies ist für Sie sicher auch eine große Anstrengung und ein großer persönlicher Verzicht. Was ist ihre Motivation?

Es ist mehr meine Mission als eine Motivation. Eine Brücke kann nicht nur auf einer Seite bleiben, und „das Bleiben“ ist für mich jetzt nicht Teil meiner Reise. Wir neigen dazu bleiben zu wollen, uns fest zu installieren und unsere Position nicht zu ändern, aber gerade in dieser Zeit müssen wir mit Veränderung rechnen. Wir sind im Fluss, und man kann das Wasser nicht fest halten, aber man kann fließen....  

 

  1. Der Schwerpunkt Ihrer Lehren ist das Medizinrad und die Schwitzhütte.
    Können Sie kurz beschreiben, worum es da geht?

Das Medizin Rad ist der Heilige Kreis, die perfekteste Form in der Materiellen Welt, der Steinkreis ist der älteste Tempel der Menschheit. Als die Europäer zu uns kamen, gab es tausende Medizin Räder auf unserem Kontinent. Ich habe einige gelernt, aber in dem Lakota Medizin Rad fühle ich mich Zuhause. Dort bekommen wir die Möglichkeit, in unsere Innere Welt hinein zu gehen, uns zu ordnen, Kontakt aufzunehmen mit unserem Inneren Kind, der Inneren Frau, dem Innerem Mann und der Seele, in die Mitte zu gehen und uns mit Oben und Unten zu verbinden. Zu fühlen, Vater ist oben, Mutter ist unten, ich bin das Kind und bin hier Zuhause.... Wir ordnen alles in dem Kreis und denken auch rund....

Die Schwitzhütte und die Visions-Suche sind zwei der heiligsten Zeremonien, die wir haben. Ich respektiere die Lehren und folge streng der Tradition und den Anweisungen von Black Elk, von dem ich sie gelernt habe. Es gibt auch verschiedene Schwitzhütten - die ich mache ist eine Wiedergeburt Zeremonie. Sie unterliegen der mündlichen Übertragung, somit darf ich nicht mehr darüber schreiben.

 

  1. Das Jahr 2012 ist in aller Munde. Hat es für Sie auch eine besondere Bedeutung?

Ja, es ist der Übergang in die nächste Welt, die Fünfte. Nach der Hopi Lehre geht jetzt die vierte Welt zu Ende. Unsere Arbeit war und ist es, einen sanften Übergang in die nächste Welt zu ermöglichen, soweit es Menschen möglich ist.

Der Rote Weg ist die Form des „Heiligen Pfades“, die Art Mutter Erde zu ehren und zu respektieren. Wenn wir so wandern wollen, müssen wir einiges ändern, an unsere Art zu denken und zu handeln. Altes zu verlassen schafft Raum für Neues, so können wir mit den Veränderungen fließen ohne Angst zu bekommen. Wir verändern uns mit, wir tanzen in Harmonie mit dem Neuen....

Über die neue Zeit ist nichts geschrieben, alle Prophezeiungen sind über die alte Zeit und gehen mit ihr zu Ende. Wir werden die neue Welt mit erschaffen, die neue Geschichte schreiben, deswegen ist es so wichtig was wir gerade in diesem Jahr tun. Es ist die Zeit der Reinigung, unsere Entscheidungen werden unserem Erleben mitbestimmen, und diese sind wiederum abhängig von unserem Glauben und Vertrauen, oder unserer Angst.

In der Energie der neuen Zeit, manifestieren sich unsere Gedanken und Gefühle, Wünsche und Befürchtungen sehr schnell und bestimmen die Richtung unseres Weges....

 

  1. Sie sind eine Medizinfrau, im Westen kennt man fast nur Männer-Schamanen, die die Lehre der indogenen Völker bei uns verbreiten.
    Das ist für viele Frauen sicher eine Ermutigung und Inspiration.

Wie sehen Sie das?

In meiner Kultur sind Männer wie Frauen Medizin Menschen, sie werden nicht nach Geschlecht unterschieden, sondern nach Begabung, Neigung und Talent. Die Frauen haben durch ihre besondere Natur und der Mütterlichkeit eine besondere Verbindung zur Mutter Erde, sie sind als Mütter schon von Natur aus verbunden mit dem Weg der Heilung, und wenn sie ihrer Intuition vertrauen können sie das Ur-Wissen kontaktieren und sich leiten lassen und Erstaunliches bewirken. Nur mit der harmonische Verbindung von Männer und Frauen, bei der beider Eigenarten und Kräfte gegenseitig respektiert und akzeptiert werden, können wir eine gesunde Gesellschaft errichten, in der unsere Kinder sich gesund entwickeln können.

 

  1. Am Schluss noch eine persönliche Frage: Sie sprechen perfekt Deutsch. Wie haben Sie unsere Sprache so gut gelernt?

Ich habe deutsch geheiratet und lange in Deutschland gelebt.

www.aliciahamm.net

 

Das Interview führte Ursula Loose

Seminarorganisation von Alicia Hamm in Augsburg:

Tel: 0821/54 39 57 40

ursula.loose@gmx.de