Leitartikel

Kind

Wenn wir wissen wollen, was bedingungslose Liebe ist, schauen wir unsere Kinder an. Ihr Handeln ist bestimmt von dem Vertrauen ihrer kindlichen Seele, die sich noch an kosmische Gesetze erinnert und die rationalen Erklärungsversuche dieser Welt noch nicht kennt. Menschen, die sich Kindern annehmen, deren Umfeld alles andere als liebevoll ist, wie bei Verwahrlosung oder physischen und psychischen Missbrauch, sind immer wieder davon berührt, wie unerschütterlich die Liebe der betroffenen Kindern zu ihren Eltern ist. Egal wie sehr wir in der Elternrolle versagen, unsere Kinder lieben uns auf ihre bedingungslose Art: Sie lieben ohne Beurteilung und schon gar nicht Verurteilung unserer Person, ohne feste Erwartungen von dem, was wir tun, ohne sich penedrant aufzudrängen, auch wenn sie eine bessere Vorstellung von dem haben, was gut für uns wäre.
Ist das nicht genau die Art von Liebe, die wir von unseren Eltern erwarten und erst recht von uns selbst unseren Kindern gegenüber?

Diese bedingungslose Liebe hört auf bedingungslos zu sein, wenn unsere Kinder sich entscheiden, ihr Herz zu verschließen und nichts mehr fühlen wollen. Genau, wie wir uns damals selbst so entschieden haben, um nicht mehr verletzt zu werden. Wir zogen uns zurück und legten uns starre Verhaltensmuster zu, mit denen wir gerade das nicht finden können, was wir alle suchen: Liebe. Besinnen wir uns auf die Qualitäten unserer äußeren und inneren Kinder: Offenheit, Kreativität, Mut, Leichtigkeit, Neugierde auf Neues. Wir können uns entscheiden, nicht immer und immer wieder die gleichen Erfahrungen wiederholen zu wollen. Wenn wir entschlossen sind, nur die höchsten Eigenschaften in uns, unseren Kindern und allen Lebewesen wahrzunehmen, können wir lieben um der Liebe willen. Wir können immer wieder feststellen, wie förderlich und beflügelnd Lob, Akzeptanz und Annahme auf uns und unsere Kinder wirkt.
Fühlen wir uns ausgenutzt und ausgelaugt, ist das ein Zeichen für uns, dass wir Liebe wieder investiert haben; dass wir gegeben haben, um etwas zu bekommen; dass wir versuchen den anderen durch die eingeforderte und nicht erhaltene Gegenleistung an uns zu binden. Selbst bei unseren Kindern wollen und können wir oft nicht soviel Hingabe und Liebe geben, wie wir uns das vorstellen und wünschen.
Dann hilft Authenzität, Ehrlichkeit uns selbst und auch unseren Kindern gegenüber. Wie bereits Osho so schön sagte: “Sei du selbst - das ist das Einzige, was du je verwirklichen kannst”. Gehen wir in uns und erkennen, wo wir gerade in unserer Entwicklung stehen und was wir ohne Anspruch auf Gegenleistung geben können. Reicht das für die Versorgung unserer Kinder nicht aus, dürfen wir uns Hilfe holen. Auch wenn wir die Hilfsangebote von Familie, Freunden und unserem Staat ausschöpfen, heißt das nicht, dass wir als Mutter oder Vater versagt haben. Je klarer wir erkennen, dass wir Hilfe benötigen, desto klarer können wir das Wohlergehen unseres Kindes -zumindest in dem Ausmaß wie es zu dieser Zeit möglich ist- sicherstellen und so die Verantwortung als sorgender Elternteil übernehmen. Dann bleiben wir für das Kind Mutter und Vater und verstricken es nicht in unlösbare Abhängigkeiten. Das wäre ein wahres Geschenk der Liebe an unser Kind.
Die neue Zeit gibt uns in dieser hohen und feinen Frequenz die wunderbare Chance solche Bewusstseinsprozesse an die Oberfläche zu holen und aufzulösen. Wir beginnen ein neues Jahr, 2010, und schreiten weiter 2011/2012 entgegen in der Hoffnung auf einen globalen tiefgreifenden Bewusstseinswandel für alle, auf allen Ebenen: wir können vom Geben-Wollen und Haben-Wollen zum Sein gelangen, zur Entfaltung der wahren göttlichen Liebe: Liebe zu sein.

Freuen wir uns auf diese Zeit.
Unsere Wegbegleiter in dieser Ausgabe zum Thema “Kind” sind John Olford mit seinem Artikel “Kindheit, Lebensmuster und spirituelles Heilen”; Klaus Echtler zeigt uns den täglichen und praktischen Umgang mit Kindern in seiner Kolumne “aus Kinder werden Leute”; hilfreiche Engelbotschaften im Umgang mit uns und unserem inneren Kind schenkt uns Inge Dyan Heidenreich und Peter Daxer lehrt uns: je klarer die Eltern sind, umso leichter und schöner darf das Leben mit Kindern sein.

Im Namen aller Unterstützer und Helfer von ErdenSeele senden wir Euch allen licht- und liebevolle Neujahrswünsche 2010.

Heidi Kessler