Shiva Hans Vater
Shiva Hans Vater ist Deeksha-Geber und Oneness-Trainer. Er ist vor kurzem in die Nähe von Augsburg gezogen (nach Mering) und wird in der nächsten Zeit eine Reihe von Deeksha-Veranstaltungen in Augburg anbieten und leiten.
(Siehe Verasnstaltungskalender)
ErdenSeele: Shiva, kannst du uns bitte erklären, was Deeksha eigentlich ist.
Shiva: Deeksha – es wird auch „Einheits-Segen“ genannt – ist eine Art von Energie-Übertragung. Dabei legt ein Deeksha-„Geber“ dem Deeksha-„Nehmer“ die Hände auf den Kopf, für einige Minuten, und lässt göttliche Energie auf den „Nehmer“ überfließen.
ES: Energie ist ja nun ein viel strapaziertes Wort. Jeder redet heute von Energie. Was genau „fließt“ denn nun da?
S: Ja, gute Frage. Schon mal das Wort „fließen“: Das ist ein Bild aus dem Alltagsleben. Zwar haben viele während des Empfangens von Deeksha die Assoziation und das Gefühl eines Fließens. Andere aber spüren einfach nur einen Frieden und eine Ruhe. Andere haben ein Gefühl von Glück oder auch von Liebe. Ob da tatsächlich etwas „fließt“, ist schwer zu sagen. Ebenso ist es mit dem Wort „Energie“. Wir wissen eigentlich gar nicht, was Energie ist. Genauso wenig, wie wir wissen, was Elektrizität ist. Ich benutze eigentlich lieber das Wort „Gnade“, das gibt für mich die Erfahrung besser wieder. Wenn ich eine Deeksha, einen Einheitssegen, bekomme, fühle ich mich währenddessen und danach mehr mit dem Göttlichen verbunden; ich fühle mich mehr in Einheit mit allem, mit dem Kosmos und auch mit den Menschen. Das heißt, ich fühle mehr Liebe. Man könnte also auch sagen, dass während Deeksha Liebe übertragen wird.
ES: Und wie fühlt sich der Deeksha-Geber dabei? Er gibt also „Energie“, er überträgt „Gnade“ oder „Liebe“; er gibt also etwas ab – oder wie ist das?
S: Das Wort „Geben“ ist auch wiederum missverständlich. Der Deeksha-Geber „gibt“ nichts. Wenn überhaupt, dann „bekommt“ er etwas „von oben“, nämlich „Energie“ oder „Gnade“ oder was auch immer. Er ist während Deeksha nur Kanal. Er tut nichts Eigenes hinzu. Er verliert daher auch keine Energie. Im Gegenteil, er fühlt sich hinterher besser und energetischer als vorher. Für mich persönlich ist Deeksha-Geben noch schöner als Deeksha Nehmen. Wie überall ist auch hier Geben seliger als Nehmen.
ES: Das Wort „Deeksha“ ist eigentlich noch nicht sehr bekannt, es ist noch nicht in den allgemeinen Sprachschatz eingegangen. Woher kommt das Wort – und woher kommt die Sache?
S: Das Wort kommt aus dem Sanskrit und bedeutet ursprünglich „Einweihung“. Es ist so, dass man durch Deeksha in eine tiefere Verbindung zum Göttlichen eingeweiht wird.
ES: Schön, und woher kommt die Technik?
S: Man kann es eigentlich kaum „Technik“ nennen. Man sitzt einfach da, lässt sich die Hände auf den Kopf legen und empfängt die Gnade. Das ist alles. Keine Bemühung, kein Tun, keine Absicht – die ist jedenfalls nicht nötig. Die Gnade – oder die göttliche Energie – geht automatisch dort hin, wo sie gebraucht wird.
Nun zur Herkunft: Deeksha kommt aus Indien. Soll ich vielleicht etwas von den Begründern erzählen?
ES: Ja, bitte.
S: Ungefähr um 1950 wurde in Südindien ein Junge geboren, der, wie sich bald herausstellte, irgendwie anders war als andere Kinder. Der Hauptunterschied war, dass er keine Trennung sah zwischen sich und den anderen. Und er konnte nicht verstehen, wieso die Menschen Probleme hatten. Erst allmählich wurde ihm klar, dass die Menschen nicht so waren wie er, dass sie litten. Und irgendwann erkannte er, dass er mit einer Aufgabe auf die Welt gekommen war: Er sollte den Menschen helfen, frei zu werden vom Leiden. Und das hieß für ihn: frei vom Verstand – der alles kategorisierte, unterschied, trennte, der sich Sorgen machte vor der Zukunft usw.
Bhagavan, wie er später genannt wurde, war das, was man einen Avatar nennt: Er war jemand, der schon erwacht auf die Welt gekommen war, der bei der Geburt schon in der Einheit war und auch in ihr blieb. Bhagavan wurde dann gemäß indischem Brauch verheiratet. Jemand aus der Verwandtschaft hatte in einem Dorf, ca. 50 km entfernt, eine passende Frau für ihn entdeckt. Sie wurde später Amma, Mutter, genannt. Auch sie war von Kindheit an in einem Zustand der Erleuchtung. Und wenn man das kleine Mädchen fragte, wen sie denn einmal heiraten wollte, antwortete sie jeweils: „Ich werde nur Bhagavan heiraten“. „Bhagavan“ heißt soviel wie „Gott“, und dieser Name wird auch als Titel der Verehrung für hoch stehende Meister gebraucht. Und so ist es dann auch gekommen.
Irgendwann wusste das Paar, dass die Zeit gekommen war, ihre Aufgabe für die Welt anzupacken; und sie gründeten zunächst einmal eine Schule – eine ganz normale Schule mit den üblichen Fächern. Die Schüler wussten nichts von dem Status der beiden Direktoren. Aber eines Tages kam der Sohn der beiden, Krishna, der auch auf diese Schule ging, ganz aufgeregt zum Vater gelaufen: „Vater, ich habe ein goldenes Wesen in mir, das sagt mir alles, was ich wissen will. Und ich sehe alles in goldenem Licht – und nichts ist getrennt von mir!“… – oder so ungefähr. Der Vater sagte: „Das ist ja schön. Und kannst du diese Erfahrung auch jemandem anders vermitteln?“ Da ging der Junge zu einer anderen Schülerin und legte ihr einfach die Hände auf den Kopf. Und da hatte auch sie ein ganz wunderbares Erlebnis von Licht und Einheit und Allwissenheit. Damit war das Phänomen „Deeksha“ geboren.
ES: Das ist eine schöne Geschichte. Und wie ging es dann weiter?
S: Nun ja. Es erhielten auch all die anderen Schüler Deeksha; dann auch die Nachbarn. Irgendwie hat es sich dann verbreitet. Bhagavan weihte seine Schüler und bald auch andere ein, so dass sie in die Lage versetzt wurden, diesen Segen weiterzugeben. Inzwischen haben Amma und Bhagavan in Indien viele Millionen Anhänger und ungefähr 20 000 eingeweihte Deeksha-Geber. Im Westen gibt es wohl so ca. 8 000 Deeksha-Geber. In der ersten Zeit wurden diese in der von Bhagavan gegründeten Oneness-Universität ausgebildet. Inzwischen hat Bhagavan aber auch so genannte Oneness-Trainer geschult und autorisiert, ihrerseits Menschen zum Deeksha-Geber einzuweihen. So dass man jetzt nicht mehr nach Indien fliegen muss, um Deeksha-Geber zu werden.
ES: Gibt es schon Deeksha-Geber in Augsburg?
S: Ja, ein paar. Aber erst kürzlich haben wir wieder angefangen, Deeksha-Treffen zu organisieren.
ES: Wir? Macht ihr es zusammen?
S: Ja. Wenn mehrere Deeksha-Geber dabei sind, dann bekommt jeder Teilnehmer halt mehrere Deekshas; und das ist dann noch stärker und transformiert noch mehr. Wir versuchen immer, mehrere Deeksha-Geber beisammen zu haben.
ES Du sagst „transformiert“. Kann es da auch die üblichen Effekte auftreten, im Sinne von Erstverschlimmerungen und so?
S: Ja, es kann durchaus sein, dass starke Gefühle auftreten, Erinnerungen hochkommen, auch alte seelische Schmerzen. Das ist wie bei jeder wirklichen Transformation. Ich habe allerdings das Gefühl, dass unangenehme Anfangseffekte sehr gemildert und aufgefangen werden, weil man durch die Deeksha gleichzeitig sehr viel Energie bekommt und in die göttliche Gnade eintaucht. Man kann sagen, dass die Deeksha-Energie intelligent ist und genau dorthin geht, wo sie am meisten gebraucht wird – und auch nur so stark kommt, wie man es gut verkraften kann. In fast allen Fällen ist die Erfahrung angenehm, beglückend und Frieden gebend.
ES: Hat Deeksha auch einen Heileffekt?
S: Kann, aber muss nicht. Bei Deeksha geht es primär um das Bewusstsein. Das „Ziel“, wenn man so will, ist die Anhebung des Bewusstseins zur Einheit, zur Erkenntnis der Einheit und zur Erfahrung des Verbundenseins mit allem Leben. Heilungen können als Nebeneffekt auftreten, und das ist gar nicht mal so selten. Bei mir war mal eine Teilnehmerin, deren starkes, lebenslanges Rheuma von der ersten Sitzung an behoben war. Sie brauchte von dem Tag an keine Medikamente mehr. So etwas kann vorkommen. Aber wir können keine Heilversprechungen geben.
ES: Das versteht sich… Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen?
S: Ja, einige. Da hat man z.B. festgestellt, dass die so genannten Parietallappen des Gehirns, die für das Wahrnehmen von Unterschieden zuständig sind, durch Deeksha zur Ruhe kommen. Und das ist gut, denn normalerweise sehen die Menschen viel zu sehr die Differenzen und Abgrenzungen – viel mehr als notwendig. Zwar müssen wir die Unterschiede erkennen, um überleben zu können. Aber bei den meisten Menschen ist diese Funktion völlig überaktiviert.
Auch das Stammhirn oder Reptiliengehirn im Hinterkopf kommt durch Deeksha zur Ruhe. Dieses steuert den Kampf- und Fluchtreflex. Auch dieser ist heute viel zu ausgeprägt. Schließlich wartet im Allgemeinen kein Löwe mehr hinter dem nächsten Baum. Wir bräuchten nicht mehr so viel Angst zu haben. Und auch unsere Aggressivität ist völlig übertrieben. Durch Deeksha gewinnen wir Gelassenheit und innere Ruhe.
Ein anderes Ergebnis ist, dass die Frontallappen des Gehirns, die für Kreativität und für das Sehen von Einheit zuständig sind, belebt werden. Das weist genau darauf hin, was ich vorher sagte: Wir sehen mehr die Einheit, wir entwickeln uns zum „Einheitsbewusstsein“.
ES: Es wäre schön, wenn viele Menschen von diesen Wirkungen profitieren könnten.
S: Ja, in der Tat. Das ist ja auch das Ziel dieser ganzen Arbeit von Amma und Bhagavan. Jeder weiß, dass die Welt in einer sehr, sehr kritischen Situation ist. Wenn sich das kollektive Bewusstsein der Menschheit nicht gravierend ändert und zwar schnell, fährt unsere Zivilisation gegen die Wand. Alle Menschen müssten mehr die Verbundenheit mit allem Leben und die Einheit sehen. Dann gäbe es weniger Kriege, weniger Ausbeutung der Natur. Sogar weniger Naturkatastrophen, denn das kollektive Bewusstsein beeinflusst auch die Erde – alles ist verbunden, und alles ist lebendig.
ES: Aber ihr werdet doch nicht so leicht alle Menschen in Deeksha-Abende schleusen können!
S: Nein, sicher nicht. Das ist aber auch nicht nötig. Denn wenn nur ein gewisser Prozentsatz der Menschen auf diese Weise sein Bewusstsein anhebt, würde sich das auf die ganze Umgebung und das gesamte menschliche Kollektiv auswirken.
ES: Könnte man sagen, Deeksha ist ein Beitrag zum Frieden auf der Welt?
S: Ja, das kann man sagen.
ES: Danke für das Gespräch.