Leitartikel

Vertrauen

KlarheitWie sehr vertrauen wir dem Leben, wie sehr vertrauen wir uns selbst? 
Uns selbst zu vertrauen, auf unsere Stimme in unserem Inneren zu hören, ist Selbstvertrauen. Wenn wir versuchen Antworten im Außen und von anderen zu bekommen, trauen wir uns selbst nicht mehr über den Weg. Wie oft machen wir unsere nächsten Schritte von den Meinungen und Entscheidungen anderer abhängig? Schon um uns nicht alleine zu fühlen, fragen wir Freunde, Bekannte, Verwandte um Rat, was wohl das Beste für uns wäre, sei es bei der Wahl des Arbeitsplatzes, der Wohnungssuche, Beziehungs- oder Finanzprobleme. Wie schnell lassen wir uns dabei von den Meinungen der anderen verunsichern und liebend gerne die Entscheidungen abnehmen?

Schon die scheinbar banal klingende Alltagsfrage „Was soll ich heute anziehen?“ erfordert erstmal eine Entscheidung. Welches das richtige Kleidungsstück für genau diesen Tag und unsere Stimmung ist, wissen wir, wenn wir in einen kurzen Moment der Ruhe und Stille in uns hinein horchen. Falls wir keine Antwort bekommen, gehen wir dank unserer Vorstellungskraft mit jedem zur Auswahl stehenden Kleidungsstück unseren Tagesablauf durch: wie fühle ich mich mit der blauen Strickjacke im Büro, wenn ich auf meinem Bürostuhl an meinem Schreibtisch sitze, wie fühle ich mich mit der schwarzen Jacke, wenn ich vor dem Chef spreche, wie fühle ich mich, wenn ich mit der grünen Pullover stehend vor dem Flipchart das Projekt vorstelle, usw.
Jemand anderer wird uns diese Frage nicht beantworten können. Die Antwort kommt nur aus uns selbst. Daher geht es in kleinen und in großen Dingen immer wieder darum, uns treu zu bleiben, unserem Gefühl 100 %- ig und bedingungslos zu trauen.

Gerade, wenn wir unsicher sind und uns selbst nicht trauen, ist die Gefahr groß, Kompromisse einzugehen, bei denen wir das für uns stimmige Gefühl und unsere Werte aufgeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir mit anderen keine Zusammenarbeit in kooperativer Form anstreben sollten. Wenn wir jedoch feststellen, dass kein gemeinsamer Nenner da ist und wir Zugeständnisse eingehen, die den Antworten aus unserem Inneren nicht entsprechen, wird das eigene Vertrauen in uns selbst untergraben. So verlieren wir Stück für Stück das Vertrauen in uns selbst und zerstückeln unser Selbst in immer mehr Einzelteile, so dass wir unser Selbst immer weniger spüren können.

Dann beginnt der Kreislauf: wir versuchen wieder im Außen Hilfe zu bekommen, uns selbst zu finden. Selbst wenn wir mediale Unterstützung durch Engelwesen und anderer Energien in Anspruch nehmen, dürfen wir das Vertrauen in unsere eigene Spiritualität/Intuition nicht aufgeben, sonst werden wir enttäuscht sein, dass es uns nicht wirklich weiter gebracht hat. Wichtig ist zu erkennen, dass alle äußeren Energien bereit sind, uns auf unserem Weg mit Licht und Liebe zu unterstützen – nicht jedoch für uns die Sache zu regeln, Dinge für uns zu übernehmen und unsere Entscheidungen zu treffen.

Auch für die Heilung unseres Körpers suchen wir Hilfe im Außen bei Heilern, Ärzten, Krankenhäusern. Gerade diese sollten uns in unserem Vertrauen stärken, dass unsere Körper so geschaffen wurden, dass sie wieder selbst heilen können und sie uns dabei behilflich sind. Welche Heilmethode und welcher Impulsgeber für unsere Gesundung am besten sind, kann niemand besser beantworten, als unsere eigene innere Stimme. Horchen und spüren wir in unser Inneres, welche Methode, welcher Heiler sich für uns stimmig anfühlt und geben uns in vollem Vertrauen unserer Entscheidung hin, dann kann Heilung geschehen.

Und vergessen wir nicht unseren Verstand, dem wir genauso trauen sollten. Viele führen einen Kampf zwischen Verstand und Gefühl und verteufeln dabei ihren Verstand, weil sie sich wünschen, mehr in ihr Gefühl zu kommen. Dabei ist es nur eine Frage der Gewichtung: wenn wir auf unser Selbst vertrauen, bekommt der Verstand automatisch einen ihm gebührenden Rang, nämlich als Informationsquelle. Die letztendliche Entscheidung trifft unser Selbst, wenn wir es lassen. Dabei gibt es keine richtigen oder falschen Entscheidungen – alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, weil wir auf uns selbst gehört haben, gehören zu uns und unserem Seelenplan. Ob sie gut oder schlecht, richtig oder falsch sind, ist eine Bewertung, bei dem unserem Verstand die Beurteilungsmöglichkeit fehlt: unseren Verstand würde es überfordern, die Gesamtzusammenhänge unserer Lebenserfahrungen zu erkennen. Nur unser Selbst kennt unseren Lebenssinn, auch wenn wir dabei emotionale und körperliche Schmerzen erleiden müssen.

Aber wie schaffen wir es Vertrauen aufzubringen, wenn wir Schmerzen haben, verzweifelt sind und uns vor Angst kaum mehr bewegen können? Gerade dann bleibt uns gar nichts anderes mehr übrig als ins Vertrauen zu gehen, denn schlimmer kann es gar nicht mehr kommen. Und wenn doch, stellen wir uns unseren freien Fall ins Schwarze vor und denken daran: „Man fällt nie tiefer, als in Gottes Hand“. Vertrauen können wir nicht erzwingen und nicht über eine Methode lernen. Es bedarf einer Entscheidung: einen mutigen Schritt sich selbst
und Gott zu vertrauen.

Vertrauen ist der Anfang und die Brücke zu unserem Weg zu uns selbst, heraus aus Verzweiflung und Angst, hin zu Leichtigkeit und dem Sinn unseres Lebens.
Denn „Wer keinen Sinn im Leben sieht, ist nicht nur unglücklich, sondern kaum lebensfähig.“(Albert Einstein)

So vertraue auch ich mit unserem neuen Online-Magazin ErdenSeele weitere Kreise zu ziehen und Seelen zu berühren auf unserem Weg hier auf Erden.

Vertrauensvolle Grüsse
Eure
Heidi Kessler